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HEAG attackiert Partner Stadtwerke Main AG wegen Kohlestrom

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Bildquelle: FAZ.net

Die HEAG Südhessische Energie AG (HSE) in Darmstadt, die mit 74,9 Prozent das Sagen in der Entega Vertriebs GmbH hat, verschärft ihre Kritik am geplanten Bau des Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue. Damit attackiert die HSE ihren Partner Stadtwerke Mainz AG, der mit 25,1 Prozent an der Entega beteiligt ist.

Entega: kein Kohlestrom an Rhein-Main-Kunden
Am Montag kündigte Pressesprecher Jürgen Hein-Benz in einer gemeinsamen Erklärung von HSE und Entega an, die Entega werde keinen Kohlestrom an die Verbraucher im Rhein-Main-Gebiet verkaufen. Hintergrund des Streits sind unterschiedliche Geschäftsphilosophien in den Chefetagen von HSE und Stadtwerken. Die Darmstädter setzen auf die Vermarktung von Öko-Strom, zum Beispiel aus norwegischen Wasserkraftwerken, wollen dieses Image ausbauen und nutzen daher ihre starke Position bei der Entega.

Unterschiedliche Auffassungen
Die Stadtwerke erhoffen sich durch den Betrieb des Kohlekraftwerks durch die 50-prozentige Tochter Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) satte Gewinne am Strommarkt, die dem Unternehmen und damit der Stadt Mainz zu Gute kommen. Außerdem sichere das Kraftwerk laut KMW mit seiner Leistung von 760 Megawatt (MW) die Stabilität des Stromnetzes in der Region und sorge so für die Versorgungssicherheit in Mainz-Wiesbaden.

Strom soll u.U. durchgereicht werden
Die HSE hatte am 7. Mai mitgeteilt, sie werde eine Option über den Bezug von 120 MW aus dem Kohlekraftwerk nicht in Anspruch nehmen. Am Montag erklärte Hein-Benz, dass es über die Lieferung von weiteren 35 MW von den Stadtwerken an die Entega unterschiedliche Auffassungen gebe. „Falls die Abnahme dieser Strommenge unvermeidlich sein sollte, wird die Entega diesen Strom im Großhandel vermarkten und nicht zur Belieferung von Endkunden im Rhein-Gebiet nutzen.“
KMW-Pressesprecher Michael Theurer entgegnete, es gebe eine gültige Vereinbarung zwischen Stadtwerken und Entega über den Bezug von 35 MW. Wie die Entega diesen Strom vermarkte, sei deren Sache. Er bekräftigte, dass die Ankündigung der HSE, auf die 120-MW-Option zu verzichten, keine Auswirkungen auf den Bau des Kraftwerks habe.

Strom zu höheren Preisen?
Dem Vernehmen nach handelt es sich bei den 35 MW um eine Liefervereinbarung, die aus Sicht der Stadtwerke unabhängig davon ist, wie dieser Strom gewonnen wird – derzeit wird die Energie im Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk der KMW produziert. HSE indes sieht durch die Stromproduktion in einem Kohlekraftwerk eine veränderte Grundlage der Vereinbarung. Dass HSE auf die 120-MW-Option verzichtet, scheint für KMW kein Problem zu sein: HSE hatte als früherer KMW-Anteilseigner nach AZ-Informationen für diese „Stromscheibe“ günstige Konditionen erhalten. Jetzt kann die KMW den Strom womöglich zu höheren Preisen vermarkten.

Quelle: Wiesbadener-Kurier.de

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