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Deutscher Strommix blieb 2009 ähnlich schmutzig wie im Vorjahr

Berlin (BDEW/Strom-Prinz.de) – Nach dem subjektiven Empfinden vieler Bundesbürger wird der deutsche Strom immer mehr zum Ökostrom. Auf den umliegenden Dächern vermehren sich die Photovoltaik-Anlagen, die Windkraftanlagen sind in manchen Landstrichen omnipräsent und wer genau hinschaut entdeckt die steigende Anzahl der Biogasanlagen. Objektiv stellt sich – leider – ein anderes Bild dar.

Braunkohlekraftwerke produzieren unvermindert Strom

Strommix nahezu unverändert

De facto ändert sich der Strommix nur quälend langsam. Kohle und Kernenergie waren auch im vergangenen Jahr die wichtigsten Energieträger in der Stromwirtschaft. Nach ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurde 2009 aus ihnen fast zwei Drittel (65 Prozent) des Stroms erzeugt. Erdgas trug mit 13 Prozent zur Netto-Stromproduktion bei. Erneuerbare Energien wie Wind, Wasser, Biomasse und Sonne konnten ihren Anteil am Erzeugungsmix nur um etwa einen Prozentpunkt auf jetzt rund 16 Prozent steigern.

Kraftwerksmantra

Hildegard Müller, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des BDEW betonte daher auch gleich, dass konventionelle Kraftwerke die Hauptlast der Stromerzeugung in Deutschland tragen müssten. „Selbst wenn wir es erreichen, den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 auf 30 Prozent zu steigern, müssen immer noch 70 Prozent des Stroms in herkömmlichen Kraftwerken produziert werden“, so Müller.

Der Lobby-Verband der deutschen Energieversorger ist der Auffassung, dass Deutschland als wichtiger Industriestandort bei der Stromproduktion in absehbarer Zeit auf keinen Energieträger verzichten könne. „Dieses Land führt bislang bedauerlicherweise keine sachliche und offene Diskussion darüber, wie es mit Kohle-, Gas- und Kernenergie in Ergänzung zu den Erneuerbaren in den nächsten Jahrzehnten aussieht. Und genau diese Diskussion werden wir in den kommenden Monaten mit der Politik und auch den Bürgern führen“, sagte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

6% weniger Strom produziert

In Deutschland wurde nach BDEW-Schätzungen im vergangenen Jahr etwa sechs Prozent weniger Strom erzeugt als im Jahr 2008. Allerdings ist dieser Rückgang alleine auf die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf den Industriebereich zurück zu führen. Der Stromverbrauch der Privathaushalte war 2009 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.

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