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Next Generation Energy

18 Mio.€ frisches Kapital für Hersteller organischer Solarzellen

Im Osten geht die Sonne auf! Die neuen Bundesländer sind das Herz der deutschen Solarproduktion und auch im internationalen Vergleich das ‚Solarvalley‘. Ein neues Beispiel für das rasante Wachstum der Solarstromindustrie in Ostdeutschland ist die Heliatek GmbH aus Dresden. Auf dem Weg zu billigem Ökostrom erhält das junge Unternehmen in einer zweiten Finanzierungsrunde unter Führung der Venture Capital-Firma Wellington Partners jetzt frisches Kapital in Höhe von 18 Millionen Euro.

Organische Solarzelle - Bildquelle: Heliatek GmbH

Organische Solarzelle - Bildquelle: Heliatek GmbH

Organische Solarzellen

Die 2006 als Spin-off der Universitäten Dresden und Ulm gegründete Heliatek GmbH entwickelt organische Solarzellen aus so genannten „kleinen Molekülen“. Das sind organische Farbstoffe, die chemisch aus Kohlenwasserstoffen synthetisiert werden. Im August 2009 zertifizierte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) eine solche Solarzelle von Heliatek mit einem Wirkungsgrad von 6,1%. Heliatek verfolgt allerdings das ehrgeizige Ziel, den Wirkungsgrad sogar mittelfristig auf 9-10% zu steigern. Die bereits jetzt erzielten rapiden Fortschritte bei Effizienz und die hervorragende Laufzeitstabilität beruhen vorwiegend auf neu entwickelten organischen Molekülen aus den Laboren von Heliatek und BASF. Der besondere Vorteil dieser neuen Technologie sind die äußerst geringen Produktionskosten, kurze Energie-Rücklaufzeit und unbegrenzt verfügbare Rohstoffe. „Die bahnbrechenden Technologien der dritten Generation, die die Photovoltaik weit über Netzparität hinausbringen werden, sind unserer Ansicht nach die Erfolgsgeschichten der Zukunft. Wir glauben, dass Heliatek perfekt positioniert ist, diese Chance zu nutzen“, so Bart Markus, General Partner von Wellington Partners.

Stromproduzierende Markisen

Das Markpotenzial für die organischen Solarzellen ist riesig: Von mobilen Anwendungen wie beispielsweise der Energieversorgung von mobilen Geräten wie Laptop-Computern oder Organizern über den Outdoorbereich (Solarfolien auf Zelten) bis hin in den Automobilbereich zur Stromversorgung von Radio, Aircondition etc. Langfristig gesehen sollen die organischen Solarzellen auch in den häuslichen Bereich Einzug halten. Hier wären einrollbare Solarfolien auf Markisen denkbar oder transparente Folien auf Fensterscheiben.

Nur 500g pro Quadratmeter

Heliatek wird die neuen Mittel primär für den Aufbau einer ersten Produktionsanlage in Dresden nutzen. Das Unternehmen setzt bei diesem Schritt zur Massenfertigung seine proprietäre Tandemtechnologie ein, um äußerst effizient flexible und sehr leichte PV-Module auf Folie herzustellen. Die benötigten Schichtdicken liegen im Bereich von 200 Nanometern und für einen Quadratmeter Solarzellenfläche wird nur knapp ein Gramm organisches Halbleitermaterial benötigt. Das Gewicht der Solarzellen wird bei lediglich 500 Gramm pro Quadratmeter anstatt der heute üblichen 20 Kilogramm pro Quadratmeter liegen. Damit erschließt sich ein Zukunftsmarkt für mobile Anwendungen, für architektonische Lösungen und für die unabhängige Versorgung infrastrukturschwacher Gebiete.

Illustre Investorengruppe

Wenn man die Liste der Investoren betrachtet, kann man den Eindruck gewinnen, dass es sich bei den organischen Solarzellen tatsächlich um eine ernstzunehmende Technologie handelt: Bosch, RWE Innogy Ventures, BASF Venture Capital, eCAPITAL, der Technologiegründerfonds Sachsen sowie GP Bullhound Sidecar beteiligen sich an dieser Finanzierungsrunde. Stellvertretend für die übrigen Investoren erklärt Dr. Alexander Flaig, Vice President Corporate Research bei der Robert Bosch GmbH: „Heliatek hat in den vergangenen zwei Jahren beeindruckende Fortschritte beim Wirkungsgrad und der Lebensdauer ihrer organischen Solarzellen gemacht. Jetzt ist es an der Zeit zu zeigen, wie kostengünstig sich diese Zellen auch unter industriellen Bedingungen herstellen lassen. Mit dieser Finanzierungsrunde kann das Unternehmen diesen wichtigen Schritt – aus dem Forschungslabor in eine erste Fertigungsanlage – vollziehen.“

Quelle: Heliatek GmbH

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